Reisen und Speisen, Ernährung für Trinker

… beides hat nichts miteinander zu tun, außer dass die Bücher um die es hier geht, zusammen auf meinem Tisch liegen.

Eins kam zum anderen und das kam so: Ich wollte Patrick Stäblers Speisereise kaufen, hatten sie aber nicht. Im Laden (kein Affiliatelink – geht einfach mal in den nächsten Buchladen, vielleicht findet ihr auch was!) stieß ich aber auf Sandy Fawkes Trinkertipps.

Sandy Fawkes "Ernährungsgrundlagen für den leidenschaftlichen Trinker" und Patrik Stäbler "Speisende soll man nicht aufhalten"
Sandy Fawkes „Ernährungsgrundlagen für den leidenschaftlichen Trinker“ und Patrik Stäbler „Speisende soll man nicht aufhalten“

Patrik Stäblers Idee ist gut: Mal durch Deutschland fahren und sehen was die Leute so essen – regional und alt hergebracht, Gerichte knapp vorm Vergessen. Was die Sache noch besser macht? Fahren per Anhalter und übernachten per couchsurfing. Da ist man direkt dran und drin, in den Autos und Wohnungen und bekommt die Ansichten der Leute mit, von maulfaul bis geschwätzig und Moslem bis Nazi. „Speisende soll man nicht aufhalten“ ist zu einem guten Teil ein Reiseroman mit kulinarischen Stationen – das war auch zu vermuten. Die Beschreibung der Gerichte fällt manchmal etwas knapp aus – für mein Gefühl häufig nur ein „mmh, super-lecker“. Gut aber wenn es so ist, was soll man dann auch noch sagen. Etymologie der Gerichtsnamen (Teichelmauke, Knieperkohl, Schnüsch – kennt ihr?) ist unterhaltsam, wie auch die Beschreibung der Restaurants. Einige kenne ich selbst, zum Beispiel dieses Rostbratwurst-Häusel in Nürnberg. Bei anderen könnte man glatt mal hinfahren: Flyns in Görlitz. Zu Mustafas Gemüsekebap komme ich mit der U-Bahn.

Also alles in allem: Warum ist mir das noch nicht eingefallen? Ich würde das eigene Auto nehmen und vlt. auch gleich mal ein paar Hotels testen – geht ja so auch. Rezepte und Adressen/ URLs alle im Buch plus Deutschlandkarte vor jedem Kapitel, damit man weiß wo’s lang geht. Neun Euro, kann man nichts falsch machen unterhaltsame Lektüre für ein Wochenende.

 Sandy Fawkes „Ernährungsgrundlagen für den leidenschaftlichen Trinker“

… heißt im Original „Health for Hooligans“ und beschreibt (Ernährungs-) Probleme für Menschen erlebnisorientierter Freizeitgestaltung. In verschiedenen Kapiteln wird beschrieben, wie man durchs Berufsleben kommt, auch wenn man es am Abend zu vor übertrieben hat. Was bei Dauer-Alkoholisierung mit dem Körper passiert und wie  man gegensteuern kann. Trinkerschlaflosigkeit, Durchfall, Knochenbrüche, Übergewicht. Im Kapitel „Schutzengel“ wird ausführlichst auf Vitamine und Ergänzungsstoffe eingegangen, die bei Mangelernährung nun einmal fehlen. Ich befürchte, da saß Frau Fawkes einem Zeitgeistthema auf. In diesen Mengen eingenommen, werden sie bestimmt nicht aufgenommen (ja, ja gereimt). Ist aber nur meine Laienmeinung, ich werde demnächst mal einen Mediziner interviewen. Auf das Kapitel Wasser mitsamt Vorstellung einiger Marken, hätte man getrost verzichten können.

Die Rezeptabteilung für Trinker - eine komplette Woche.
Die Rezeptabteilung für Trinker – eine komplette Woche.

Viel schöner sind meiner Meinung nach die Rezepte – einfach mal was zusammen hauen, aber mit Niveau. Erster Drink, vor dem Ausgehen, Nachts – ein paar davon werden sicher bei mir Standards. Ansonsten? Witzige Illustrationen, britischer Humor . Ein schön aufgemachtes Buch. Lesebändchen fehlt könnte noch – so als i-Tüpfelchen.

Auszug eines Tagesrezepts
Auszug eines Tagesrezepts

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s