Gehwegschäden von Helmut Kuhn

Off Topic – keine Restaurants, kein Wein, kein Essen

Zu Beginn dieser Woche las ich einen Artikel in dem die Sportart Schachboxen erwähnt wurde. Aus meiner Kindheit weiß ich noch, dass mein Vater sich immer absurde Sportarten ausdachte, beispielsweise Stabhochboxen oder 100-Meter-Verfolgungsfechten. Nur um eine solche Sportart kann es sich hier handeln. Stimmt nicht, Schachboxen gibt es wirklich und es besteht wirklich aus den zwei gegensätzlichen Sportarten Boxen und Schachspielen. Die Hauptfigur in Helmut Kuhns Roman „Gehwegschäden“ lebt in Berlin und betreibt diesen Sport.

Buchcover Helmut Kuhn Gehwegschäden
Buchcover Helmut Kuhn Gehwegschäden

Thomas Frantz ist einer wie viele, noch nicht ganz unten, aber knapp davor. Diese Viele leben in Berlin, vermutlich auch in anderen Großstädten, sind über vierzig und irgendwann falsch von der Kariereautobahn abgefahren oder durch einen Unfall ins weite Feld geschleudert worden. Die können schon was, sind nicht abgehängt, haben schon was gemacht. Der Ist-Zustand ist jedoch meist erbärmlich. Mit Gelegenheitsjobs halten sie sich knapp über Wasser, wohl wissend, dass sie ausgebeutet werden und eigentlich irgend etwas anders machten müssten. Continue reading „Gehwegschäden von Helmut Kuhn“

Mittagessen ist fertig …

… könnte man im Büro mal rufen, statt immer nur zum Schachtelwirt zu gehen. Einer muss natürlich losgehen und einkaufen, aber dann finden sich auch Kollegen die mitkochen, schnippeln …

Antipasti und Nudeln
Antipasti und Nudeln

… und wenn es dann auf dem Tisch steht, dann kommen immer mehr Leute.
Waren nur ein paar Nudeln, Tomaten, Mozzarella, Käse und Baguette.

Dieter Moor kommt nach Amerika

Dieter Moor (ja, das ist der mit dem Kinn) hat ein Buch über seinen Neuanfang in Amerika geschrieben. Er und seine Frau haben sich entschlossen, die Schweizer Bergwelt zu verlassen, und das heißt ganz konkret, einen Bauernhof inklusive Tieren umzuziehen. Beim von ihm angesteuerten Amerika geht es jedoch nicht über den Atlantik, sondern “nur” nach Ostdeutschland und zwar in das Dorf Amerika, welches nordöstlich von Berlin liegt. Das Buch beginnt mit der Ankunft in Amerika und schildert (vermutlich) Highlights aus dem ersten Jahr.

“Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“
“Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“

Im Mittelpunkt der Geschichten stehen die Dorfbewohner: Bauern, Handwerker und die Besitzerin des Dorfladens (Dorfkonsum). Und hier gehen leider die Probleme los: Es gibt nämlich keine Frischmilch! Unfassbar! Und alle Überredungsversuche nutzen nichts – Frau Widdel lässt sich nicht überzeugen. Käse und Wurst in Plastikverpackung, da ist man aus der Schweiz eigentlich anderes gewöhnt. Dieter Moor und seine Frau müssen vorerst von den guten Bio-Lebensmitteln träumen. Hätte man ja nicht gedacht, so mitten auf dem Lande.
Erst ganz am Ende des Buches verirrt sich die Frischmilch nach Amerika. Ist sozusagen übriggeblieben und Dieter Moor bekommt sie großzügiger Weise.
“Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone“ beschreibt den Blick von außen auf die wortkargen Menschen in Brandenburg und wie man tatsächlich als Schweizer (Intellektueller) Freunde in Brandenburg findet. Wer mehr über Essen und Kochen bei Dieter Moor erfahren will, der muss (vermutlich) zu seinem Kochbuch greifen. Ich kenne es noch nicht, aber demnächst …